Die Ursache:

Misstöne aus der Ohrtrompete

Die Erreger dringen bei der akuten Mittelohrentzündung nicht von außen über den Gehörgang in das Mittelohr ein, sondern über die sogenannte Ohrtrompete, auch Eustachische Röhre genannt. Diese spielt eine wichtige Rolle bei der Belüftung des Innenohrs und dem Abfluss von Flüssigkeit in den Nasen-Rachen-Raum.

Kleinkinder sind deshalb besonders häufig betroffen, weil bei ihnen die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachenraum relativ kurz und weit ausfällt.

Dies erleichtert Krankheitserregern, also Viren oder Bakterien, bei akuten Infekten der oberen Atemwege (z. B. Schnupfen, Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung) aus dem Rachen ins Ohr zu gelangen und dort für eine Entzündung der Schleimhäute zu sorgen.

Zudem kommt: Die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum sind bei einer Erkältung angeschwollen – auch die der Ohrtrompete. Dadurch wird die Belüftung des Mittelohrs gestört. Flüssigkeit, die von den entzündeten Mittelohrschleimhäuten gebildet wird, kann dann nicht richtig abfließen und bildet ein optimales Milieu für Bakterien und Viren.

Sehr viele Kinder sind betroffen

Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten ist die akute Mittelohrentzündung eine der häufigsten Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter, wobei die meisten Fälle zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat auftreten.

Hochgerechnet macht jedes Kind bis zu seinem 7. Lebensjahr mindestens eine akute Mittelohrentzündung durch.
Danach wird die Erkrankung seltener, kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten1.

1 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V.: Ohrenschmerzen. Aktualisierte Fassung 2014, S. 7-8.

Weiterlesen:

Symptome und Verlauf